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„Der Haifisch muss schwimmen“ – Ein vergnügliches Interview mit Mr. O.

MrO
Meine lieben Bücherfreunde,
es ist euch sicher nicht entgangen, dass ich im vergangenen Jahr mein Herz an einen etwas außergewöhnlichen Draufgänger verloren habe. Und bevor er sich in das nächste Abenteuer stürzt, hat er mir ein paar Fragen beantwortet: Paul Eckbert Ondragon, von seinen Fans liebevoll Mister O. genannt.

 

Und damit sind wir auch schon bei meiner ersten Frage:

Wie sind Ihre Eltern zu Ihrem ungewöhnlichen Namen gekommen? Wie stehen Sie zu Ihren Eltern?
Mein Name ist ganz schön bekloppt, oder? Okay, mein Vater wollte für mich und meinen Bruder einen deutschen Namen, doch meine Mutter bestand auf schwedischen Namen, und da wir Zwillinge sind, haben sie sich irgendwann auf ein Patt geeinigt. Nun heiße ich Paul Eckbert und mein Bruder Per Gustav. Mein Großvater väterlicherseits hieß Adolf Eckbert, daher mein zweiter Vorname, und ich kann froh sein, dass ich nicht Adolf, sondern Paul dazubekommen habe. Der Name Ondragon stammt aus dem Spanischen. Mein Vater sagt, dass es in seiner Familie einen spanischen Vorfahren gab. Aber über den Namen will ich mich nicht beschweren. Der passt ganz gut zu mir.

Zu meinen Eltern habe ich wenig Kontakt. Sie leben in Berlin, ich in Los Angeles und das ist gut so. Um ehrlich zu sein, kann ich meinen Vater nicht ausstehen. Er ist … ach, lassen wir das. Ich will hier ja nicht rum heulen. Andere Söhne haben auch Probleme mit ihren Vätern.

Was mögen Sie an sich? Und was nicht?
Mögen? Nun, da muss ich nicht lange überlegen. Ich mag meine Augenbrauen, damit kriege ich jede Frau rum. Nein, Scherz beiseite, ich mag meine Zielstrebigkeit, mit der ich die Dinge angehe. Manche würden das vermutlich eher Besessenheit nennen, aber es gibt kaum etwas, was ein Paul Eckbert Ondragon nicht hinbekommen würde. Ich glaube, das schätzen auch meine Kunden an mir. Ich erledige meine Aufträge immer, egal, welche Hindernisse sich mir in den Weg stellen.

Was ich an mir nicht mag? Hm, da gibt’s nicht viel. Ich finde mich eigentlich ganz gut so. (grinst)

Sie sind ein viel beschäftiger Romanheld. Macht Ihnen Ihr Job immer noch Spaß?
Riesigen Spaß sogar. Die Lösung komplizierter Rätsel liegt mir einfach im Blut. Auch wenn’s manchmal ganz schön eng wird und mir hinterher alle Knochen wehtun. Aber ich könnte ohne meinen Job nicht leben. Ich wüsste nicht, was ich sonst machen sollte. Hm, vielleicht könnte ich mich mittlerweile als Geisterjäger anstellen lassen oder als Zombie-Dompteur (zwinkert). Oder ich könnte große Konzerne mit dem erpressen, was ich im Laufe meiner Fälle alles so über sie herausgefunden habe. Das wäre recht einträglich.

Haben Sie trotzdem Zeit für Hobbies, Freunde, die Liebe?
Sport treibe ich immer und zu jeder Zeit. Ich muss fit bleiben, das ist meine Lebensversicherung. Der Schwache überlebt in meiner Branche nicht lange. Ab und an gönne ich mir aber eine Auszeit. Dann spanne ich aus und besuche die wenigen Freunde, die ich habe. Ja, ich denke, das könnte man als mein Hobby bezeichnen: Freunde. Bei meinem Job ist es verdammt riskant, überhaupt welche zu haben und es ist mit großem Aufwand verbunden. Man wird leicht erpressbar mit Menschen, die einem am Herzen liegen. Dasselbe gilt für die Liebe. Eine längere Beziehung kann ich mir nicht leisten. Das wäre viel zu gefährlich. Das heißt aber nicht, dass ich nicht für die ein oder andere amour fou zu haben bin. Ich lebe ja schließlich nicht im Zölibat.

Wünschen Sie sich manchmal ein Zuhause im Schoß der Familie?
Ganz ehrlich: Nein. Mein Vater war Diplomat, und ich bin in vielen verschiedenen Städten aufgewachsen. Für mich gab es nie ein festes Zuhause. Ich fühle mich in Tokio genauso wohl wie in Marrakesch. Außerdem liebe ich die Vielfalt und bekomme schnell einen Rappel, wenn ich zu lange an einem Ort bin. „Der Haifisch muss schwimmen“, hat meine Oma immer gesagt. (lacht)

Was ist Ihre größte Angst?
Bis auf einen Raum voller Bücher, habe ich nur noch Angst davor, eines Tages von einem Amateur erschossen zu werden. Ich kann beides nicht ausstehen. Bücher und Amateure!

Ist Ihnen etwas peinlich?
Mir? Nie! (druckst herum) Nach schön, bisweilen erwische ich ein fieses Fettnäpfchen. Ich kann da aber nichts für. Die sind immer schon da, bevor ich den Raum betrete und warten nur darauf, dass ich in sie rein schlittere. Okay, und manchmal habe ich auch eine besonders große Klappe, das gebe ich zu. Ich weiß aber auch, wie man sich entschuldigt. Meistens zumindest. Äh, wie lautet doch gleich die nächste Frage?

Was fühlen Sie, wenn Sie gewinnen? Und was, wenn Sie verlieren?
Ich bin ein Mensch der große Schadenfreude empfindet, reicht das als Antwort?

Nein!

(seufzt) Okay, ich freue mir den Arsch ab, wenn ich gewinne. Wie das eben so ist, da denkt man, dass man der Größte ist. Ein geiles Gefühl! Und verlieren? Naja, meistens bin ich der Gewinner. Verlieren würde für mich bedeuten, dass mir jemand das Licht ausbläst und das macht sich gar nicht gut in meinem Lebenslauf. Deshalb nehme ich auch davon Abstand, zu verlieren.

OK. Interessiert es Sie eigentlich, was andere über Sie denken?
Nö, nicht im Geringsten. Obwohl … ich habe da im letzten Fall eine Frau kennengelernt. Malin heißt sie. Was sie über mich denkt, ist mir nicht ganz egal. (guckt überrascht) Hm, ich glaube, darüber muss ich selbst noch etwas nachdenken. (kratzt sich am Kopf)

Sind Sie etwa verliebt?
Ich? Ach Quatsch! Wie gesagt, ich kann mir sowas nicht leisten!

Na gut, wenn Sie das sagen. Nächste Frage: Glauben Sie an das Übernatürliche?
(lacht) War ja klar, dass diese Frage jetzt kommt.

Wieso?
Weil meine Assistentin Charlize mich auch ständig damit aufzieht. Sie glaubt nämlich an das Übernatürliche. Ich hingegen bin von Natur aus skeptisch. Ich glaube nur an das, was ich sehe!

Aber in Ihren Fällen haben Sie doch schon mit übernatürlichen Wesen zu tun gehabt. Nehmen wir doch mal den Wendigo oder die Voodoo-Zombies.

Ja, ja, zugegeben, das waren schon merkwürdige Geschichten. Und ich bin geneigt, einigen dieser Phänomene durchaus eine Existenzberechtigung einzuräumen. Zumindest was die Voodoo-Zombies anbelangt. Schließlich habe ich selbst welche gesehen. Der Wendigo, naja, es könnte schon sein, dass ich ihm in den Wäldern von Minnesota begegnet bin, aber sicher bin ich mir da nicht. Im Wald fühle ich mich grundsätzlich nicht wohl und vielleicht habe ich mir in gewissen Stresssituationen da auch nur was eingebildet.

Warum mögen Sie den Wald nicht?
Wälder sind bedrängend, dunkel und unübersichtlich. Schwer zu kontrollierendes Terrain.
Ich bin eben ein Kontrollfreak und habe gerne den vollen Überblick. Deshalb mag ich auch die Wüste viel lieber. Da ist nichts los – buchstäblich tote Hose. Da kann man sich gut entspannen und das Wetter stimmt auch immer.

Sie mögen keine Bücher, gilt das auch für Ebooks?
Bücher sind der pure Alptraum für mich. Das liegt an der Sache damals mit dem Unfall in der Bibliothek meines Vaters.

Sie müssen nicht darüber reden, wenn Sie das nicht wollen.
Oh, gut. Okay, dann lass ich das lieber. Bücher sind, wie gesagt, nicht so mein Thema. Ebooks dagegen sind eine gute Lösung. So kann ich tatsächlich endlich mal wieder was lesen. Das habe ich seit meiner Kindheit nicht mehr getan. Charlize hat mir erst kürzlich einen Reader geschenkt, weil sie das Elend nicht mehr mit ansehen konnte. Das erste Buch, das ich damit gelesen habe, war: „Zombies – und wie ich sie mir vom Leib halte“ von Mari Tombeau.

Finden Sie es gut, dass man Sie mit James Bond vergleicht? Was machen Sie anders? Und was würden Sie ihn fragen, wenn Sie ihm begegnen?
(lacht) James Bond ist cool, nur leider etwas altmodisch. Und im Verkleiden ist Bond ‘ne absolute Niete. Da ist ja selbst Inspektor Clouseau besser. Aber Bond ist immer Bond. Das gibt’s wenig Überraschungen. Er sollte sich mal ein Beispiel an mir nehmen. Ich kann wie ein Tölpel wirken, selbst wenn ich einer bin. (lacht) Aber es ist schon okay, wenn man mich mit ihm vergleicht. Immerhin bringt er seine Fälle alle zu Ende, so wie ich. Und er bekommt immer die tollsten Frauen. Wahrscheinlich, weil er für die Regierung arbeitet, was ich niemals tun würde, okay, fast nie. Aber ich bin lieber mein eigener Chef.
Was ich ihn fragen würde, wenn ich ihm je begegnete? Warum zur Hölle er immer diese hässlichen Fliegen zum Anzug trägt!

Wollen Sie manchmal etwas anderes tun als Ihre Autorin? Wie viel von ihr steckt in Ihnen?
Oh, ja. Manchmal muss ich Dinge tun, auf die ich keinen Bock habe. Morgens Hafergrütze essen zum Beispiel, oder ständig diesen Espresso trinken, von dem ich Herzrasen bekomme. Aber sie findet, dass es zu mir passt und schön spleenig wirkt. Dafür räche ich mit dann ab und zu, indem ich einfach mache, was ich will. Leider landen diese Szenen dann im Outtake-Ordner. Ihr würdet staunen, was da alles drinsteht! Da ich meine Autorin sehr gut kenne, kann ich sagen, dass schon recht viel von ihr in mir steckt. Auch wenn sie das niemals zugeben würde. Mit ‘ner Knarre durch den Wald rennen und Monster jagen – das würde sie bestimmt auch gern mal tun. Manchmal denke ich, ich muss für das herhalten, was sie als normaler Mensch nicht machen darf. Ist aber nur so eine Vermutung. Als Romanfigur hat man eben so seine Vorteile.

AnetteMartinaUnd noch eine letzte Frage an Anette Strohmeyer, ohne die es Mister O. nicht geben würde: Warum ein männlicher Held? Ist es manchmal nicht schwer, sich in die männliche Psyche hineinzuversetzen?
Tja, da wären wir dort, wo Mr. O aufgehört hat. In einem Roman hat man die Möglichkeit, Dinge zu tun, die man normal nicht machen kann. Und dazu gehört eben auch, in eine männliche Rolle zu schlüpfen und zu sehen, wie es sich anfühlt. Das ist eine sehr spannende Sache, die mir viel Spaß macht, auch wenn es manchmal eine Gradwanderung ist. Sich in die männliche Psyche hineinzuversetzen ist nicht leicht, aber ich kann auf eine gute Recherchegrundlage zurückgreifen, denn ich habe jahrelang in einer Männer-WG gewohnt. Da erfährt frau so einiges. Außerdem war ich als Kind auch schon immer lieber der Indianerkrieger als die Squaw oder der Pirat und nicht die Prinzessin. Diese Abenteuerlust spiegelt sich auch in meinen Büchern wider. Und vielleicht schreibe ich eines Tages auch mal aus der Sicht einer Frau. Die Idee dazu steht schon, so wie die Ideen für weitere drei Ondragon-Romane. Ich würde gern Madame Tombeau, die taffe Voodoo-Priesterin aus „Ondragon- Totenernte“, zu einer Hauptfigur machen und in New Orleans ihre eigenen mysteriösen Fälle lösen lassen. Klar ist auf jeden Fall, dass meine Figuren niemals normal sein werden. Ich liebe das Extreme, das Schrullige und vor allem den Genre-Mix. Und deshalb darf man bei mir auch immer etwas Besonders erwarten.


Ich danke Anette Strohmeyer und Mister O. für die Zeit und freue mich schon sehr auf das nächste Abenteuer, das ich bald erleben darf. Denn das Ebook „Nullpunkt“ ist heute erschienen. Als kleinen Vorgeschmack könnt ihr schon mal den Trailer genießen! Ich habe mir Nullpunkt auf meinen Reader geladen und freue mich schon sehr!

Bis bald
Eure Nina

Menschenhunger - Anette Strohmeyer

Menschenhunger – Anette Strohmeyer

Totenernte - Anette Strohmeyer

Totenernte – Anette Strohmeyer

Nullpunkt - Anette Strohmeyer

Nullpunkt – Anette Strohmeyer

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