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Totenleser

Der Totenleser von Antonio Garrido

Die Geburtsstunde der Forensik

 Mit Fleiß und Entschlossenheit arbeitet sich der mittellose Song Ci vom Leichenbestatter zum besten Studenten der angesehenen Ming-Akademie hoch. Seine Gabe, Todesursachen durch Obduktion festzustellen, erregt Aufsehen – aber auch Missgunst. Ci wird denunziert und verfolgt. Doch seine Fähigkeiten sprechen sich herum. Der Kaiser bittet den aufstrebenden Gerichtsmediziner, die fürchterlichen Verbrechen aufzuklären, welche die Dynastie zu vernichten drohen. Song Ci willigt ein und schon sehr bald gerat in ein gefährliches Netz aus Verrat und Intrigen.  (Klappentext)

Ich liebe historische Romane und ich liebe Forensikthriller. Daher war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Einführung beginnt gemächlich. Ich erfahre sehr viel über Song Li und seine Vergangenheit. Von Anfang an nehmen die chinesischen Rituale, bei denen ich oftmals heftig schlucken musste, sehr viel Platz ein. Ein Beispiel ist der Gehorsam dem älteren Bruder gegenüber, auch wenn es manchmal unsinnig ist. Da war vieles für mich unverständlich und mir wurde klar, wie fremd und anders diese Kultur ist.

Ein Schicksalsschlag jagt den nächsten, die Szenarien waren teilweise so eklig, dass ich froh bin, dass es keine „Riechbücher“ gibt. So viel Elend, das war mir zum Teil echt zu viel und zu deprimierend. Das Leben hat Song Li zu einem Einzelgänger gemacht. Er geht unerbittlich seinen Weg, der gepflastert ist von Gewalt und Brutalität, von Missgunst und Intrigen und von unvorstellbarer Armut.

Allerdings fand ich es sehr interessant, so detailliert über eine mir bislang unbekannte Epoche zu lesen. Garrido schreibt und beschreibt ziemlich schonungslos und dieses Buch ist für zarte Gemüter nicht so sehr geeignet.

Song Li ist eine interessante Persönlichkeit, die tatsächlich gelebt hat und Garrido hat ihm mit seinem Buch  ein Denkmal gesetzt. Gleichzeitig schafft er ein üppiges Sittengemälde vom alten China. Denn er führt uns nicht nur die bittere Armut in den Elendsvierteln vor Augen sondern entführt uns auch in das von Reichtum und Überfluss geprägte Leben im Palast des Kaisers.

Absolut fasziniert war ich von Song Lis Arbeitsweise. Das Thema Forensik finde ich so spannend. Und hier kann ich die Anfänge hautnah miterleben. Es ist erstaunlich, mit welch einfachen Mitteln und natürlich seinem scharfen Verstand Song Li überraschende Rückschlüsse gezogen hat. Allein schon aus diesem Grund fand ich das Buch sehr lesenswert.

Ein absolutes Muss für Fans von spannenden historischen Romanen, die ein Faible für Forensik haben.

 

Leseprobe

 

Das Buch ist im Aufbauverlag erschienen.

 

Meine Rezension bei Amazon und weitere Infos zum Buch findet ihr hier.

 

 

 

 

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