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Die Brückenbauer von Jan Guillou

Drei kleine Jungen verlieren ihren Vater und das ist gleichzeitig ihre Chance. Die Wohltätigkeitsloge „Gute Absicht“ erkennt ihr Talent und verschafft ihnen die bestmögliche Ausbildung. Aber nur einer der 3 Brüder kehrt nach Norwegen zurück, um Brücken zu bauen.

Anfangs hat mir das Buch sehr gut gefallen. Der sehr angenehme Schreibstil ließ mich schnell warm werden mit der Geschichte. Aber dann waren die Brüder erwachsen, ihre Wege trennten sich. Ein Bruder – Sverre – taucht im Verlauf des Romans gar nicht mehr auf, was ich sehr schade finde, denn gerade sein Lebensweg hätte mich interessiert.

Von den beiden anderen Brüdern wird dann in 2 Strängen abwechselnd erzählt. Oscar geht nach Afrika und Lauritz zurück nach Norwegen. Der krasse Gegensatz von der Hitze in Afrika und der Kälte in Norwegen wird sehr gut beschrieben … erstmal. Denn Guillou erzählt sehr ausschweifend und beschreibt fast jede einzelne Schneeflocke … Mir war das streckenweise zu langatmig und zu ausführlich. Auch der Brückenbau sowohl in Norwegen als auch Afrika wird sehr detailliert beschrieben in guter Tom Clancy Manier. Ich lese nicht so gerne so viele technische Details, das ist mir zu trocken. Dazu kommt noch, dass Guillou sehr selten direkte Rede verwendet. Auch das geht auf Kosten der Lebendigkeit, die ich in diesem Buch sehr vermisse.

Der Roman ist sehr informativ, aber stellenweise hatte ich das Gefühl, ein Geschichtsbuch zu lesen und nicht einen historischen Roman. Manches verläuft auch einfach so zwischen den Zeilen wie z. B. die Schönheit der Mutter, die zwar immer mal wieder angepriesen wurde, aber weiter passierte nichts. Die Personen bleiben leider alle etwas blass, da hätte ich mir etwas mehr Ausführlichkeit gewünscht. Guillou beschreibt seine Figuren sehr distanziert und gibt ihnen leider keine Tiefe. All das sind die Gründe, warum mich dieses Buch nicht durchgehend fesseln konnte. Es gab immer wieder Abschnitte, die mir gut gefallen haben, aber genau so viele, die ich langweilig fand.

Ich bin die Lebendigkeit von Follett – Romanen gewöhnt und die sucht der Leser hier vergeblich. Der Ansatz war gut, die Thematik auch, aber hier wäre ein bisschen weniger viel mehr gewesen!

 

 

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