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Die Mondspielerin

Die Mondspielerin von Nina George – Rezension

Und dann kam ihr das Leben dazwischen!

Schluss mit mir! Das ist Mariannes sehnlichster Wunsch, als sie sich in Paris in die Seine stürzt. Doch das Schicksal will es anders – sie wird gerettet. Die 60-jährige Deutsche, die kein Wort Französisch spricht, flüchtet vor ihrem lieblosen Mann bis in die Bretagne. Dort begegnet sie dem Maler Yann, und es gelingt ihr, mit neu erwachendem Mut und überraschender Zähigkeit ein neues Leben zu wagen. Ihr eigenes. (Quelle: Verlagsseite)

 

Sehr selten lese ich ein Buch mehrmals. Aber die Mondspielerin habe ich nun innerhalb weniger Monate ein zweites Mal gelesen. Das war ich dem Buch und vor allem mir schuldig. Beim ersten Mal ging mir alles viel zu schnell und schon da war mir klar, dass ich noch einmal ganz in Ruhe in diese wunderbare Geschichte eintauchen möchte. Denn jeder einzelne Satz ist ein Genuss, jedes Kapitel ein weiterer Schritt in die Sonne.

Der Anfang ist geprägt von Traurigkeit, die mich beim ersten Lesen fast abgestoßen hat. Ich muss dazu sagen, dass ich nicht gerne problembeladene Geschichten lese. Aber dieser Anfang ist sehr wichtig, um zu begreifen und vor allen Dingen um sich in das fallen zu lassen, was danach passiert.

„Wie ein Buch, das darauf wartet, geschrieben zu werden, so war ihr das Leben, das noch vor ihr lag, als junges Mädchen vorgekommen. Nun war sie sechzig und die Seiten waren leer.“ (S. 6)

Besser hätte Nina George nicht ausdrücken können, wie es um Marianne bestellt war. Sehr einfühlsam und mit wundervollen Sätzen schildert sie Mariannes Weg nach Kerdruc, ans Meer, zurück ins Leben. Sätze, die ich am liebsten in mich aufsaugen würde, um sie für immer zu bewahren.

Es ist außerordentlich schön, zu beobachten, wie Marianne ganz zaghaft anfängt zu leben, Schritt für Schritt anfängt eine Frau zu sein, die sich selbst mag. Die verborgene Talente zum Leben erweckt und so viel Wärme ausstrahlt.

„Auf der Suche nach dem Tod habe ich das Leben gefunden“ (S. 255)

Und was für ein Leben! Nina George schildert das Leben an der bretonischen Küste in allen Facetten, prall und bunt und mit einer latenten Sinnlichkeit, prickelnd wie ein Glas Champagner. Ich begegne sehr unterschiedlichen Menschen, die alle auf ihre Art sehr liebenswert sind mit all ihren Macken und Eigenarten. Ich fühle mich sehr wohl unter ihnen, schon nach kurzer Zeit habe ich das Gefühl, ein Teil dieser illustren Gemeinschaft zu sein.

Ich weiß nicht, wie oft ich beim Lesen Gänsehaut hatte, sich meine Augen mit Tränen füllten, ich lachen musste und mir ganz warm wurde. Selten hat ein Buch so viele Emotionen bei mir ausgelöst. Und deshalb werde ich es noch ganz oft lesen wollen. Denn dieses Buch zu lesen ist wie gute Freunde zu besuchen. Aber nicht irgendwo, sondern in der rauen und wilden Bretagne. Denn die Mondspielerin ist auch eine Liebeserklärung an diesen einzigartigen Landstrich und seine Bewohner. Am Ende fällt es mir wirklich schwer, mich von Marianne und Yann, Pascale und Emile, Jeanremy, Genevieve und all den anderen zu verabschieden. Aber ich weiß, ich kann zurück kehren nach Kerdruc … jederzeit!

Dieses Buch macht Mut und gibt Hoffnung, weckt Emotionen in seiner ganzen Vielfalt und gehört jetzt schon zu meinen absoluten Lieblingen!

 

Die Autorin:

Die Publizistin Nina George, geboren 1973, arbeitet seit 1992 als freie Journalistin, Schriftstellerin und Kolumnistin. George schreibt Wissenschaftsthriller und Romane, Reportagen, Kurzgeschichten sowie Kolumnen. Ihr Roman „Die Mondspielerin“ erhielt 2011 die DeLiA, den Preis für den besten Liebesroman. Für ihren Kurzkrimi „Das Spiel ihres Lebens“ wurde Nina George 2012 mit dem Glauser-Preis ausgezeichnet. Ihr Roman „Das Lavendelzimmer“ stand wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste und wurde von der Presse begeistert besprochen. Unter ihrem Pseudonym Anne West gehört Nina George zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Erotikautorinnen. Mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Jens J. Kramer, schreibt Nina George unter dem gemeinsamen Pseudonym Jean Bagnol Provencethriller. Nina George lebt in Hamburg. (Quelle: Verlagsseite)

Webseite von Nina George

 

„Die Mondspielerin“ ist im Droemer Knaur Verlag erschienen

 

Leseprobe

 

Meine Rezension bei Amazon und weitere Infos zum Buch findet ihr hier

3 Kommentare

  1. SandraSandra04-21-2015

    Wow! Deine Rezension ist ja fast besser, als die Geschichte. Wunderbare, passende Worte hast du für diese Erzählung gefunden. Und ich danke Dir; danke Dir dafür, dass du mir Mariannes Geschichte ans Herz gelegt hast…

    • NinaNina04-21-2015

      Danke schön, liebe Sandra :*

  2. Mir erging es ähnlich wie dir! Und ebenso bei ihrem Roman „Das Lavendelzimmer“. Es sind diese Bücher, diese Geschichten mit ihren Weisheiten und Erfahrungen, die mich mein Leben lang begleiten. Es ist schön zu lesen, dass und wie sehr auch dich dieses Buch berührt hat … „denn jeder einzelne Satz ist ein Genuss“.
    Liebe Grüße
    Andrea Agnes Annette Moll

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