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Die Protestantin

Die Protestantin von Gina Mayer – Rezension

Die ProtestantinGlaube, Liebe, Freiheit

Kaiserswerth im Jahre 1822. Johanne hat nur einen großen Wunsch: Sie möchte der Armut entkommen und ihr trostloses Elternhaus verlassen. Doch der protestantische Pfarrer Theodor Fliedner erkennt ihre Klugheit und Reife. Er ermutigt sie, ihm in seiner Gemeinde zu helfen. Dabei ist schnell offensichtlich, dass Johanne die ideale Gattin für den ehrgeizigen Pastor wäre. Sie aber lehnt eine Ehe ab und wählt die Freiheit. Fliedner und Johanne bleiben enge Vertraute, verbunden durch ihren Glauben und die Vorbereitungen zur Gründung des ersten Diakonissenhauses in Kaiserswerth. Johannes Hoffnung, ihre jüngere Schwester Catharine, die zu ihr zieht, würde sich ebenso stark in der Kirche wiederfinden wie sie selbst, wird enttäuscht. Catharine geht ihren eigenen Weg. Mit ihrem Geliebten stürzt sie sich 1848 in die Revolution. Zwischen den Schwestern entbrennt ein heftiger Kampf um die persönlichen Überzeugungen. Erst ihre gemeinsame Pflegetochter Magdalena scheint erfolgreich darin zu sein, Glaube, Liebe und politische Überzeugung in Einklang zu bringen. (Inhaltsangabe Amazon)

 

Seit dem Maikäfermädchen, das ich Anfang 2013 gelesen habe, mag ich die Bücher von Gina Mayer sehr. Deshalb war ich neugierig auf eins ihrer früheren Werke. Die Protestantin wurde in diesem Jahr in einer überarbeiteten Fassung neu aufgelegt.

Gina Mayer erzählt die Geschichte von drei starken Frauen und ich begleite sie in einem Zeitraum von über 50 Jahren. Gina Mayer hat ihre Geschichte in fünf Teile gegliedert und ich schaue abwechselnd Johanne und Catherine über die Schulter. Der letzte Teil ist Magdalena gewidmet. Alle drei Frauen haben es nicht leicht, aber sie gehen beständig ihren Weg. Jede ist auf ihre ganz eigene Art sehr faszinierend. Der historische Hintergrund hat einen sehr hohen Stellenwert und wird perfekt in die Geschichte eingebunden. Genau so mag ich historische Romane, denn ich erfahre sehr viel über die damalige politische Situation, die Anfänge der Arbeiterbewegung und bekomme das „Brodeln“ hautnah mit.

Bis dato hatte ich noch nichts von Theodor Fliedner gehört und bin froh, diesen engagierten Pfarrer und sein Lebenswerk durch diesen Roman kennen gelernt zu haben. Ihm und seinen beiden Ehefrauen gibt Gina Mayer sehr viel Raum. Johannes Weg ist eng mit Fliedner verbunden, dadurch bin ich ganz nah bei ihm, erfahre von seinem Leid und seinen Zweifeln, aber auch von all dem Guten, was er nicht nur für seine Gemeinde getan hat.

Genau wie Fliedner sind auch die fiktiven Personen sehr sperrige Charaktere mit vielen Ecken und Kanten. Und genau das macht die Geschichte enorm spannend und interessant.

Ein besonderes Markenzeichen von Gina Mayer ist ihr Schreibstil, der auf seine ganz eigene Art so unglaublich viel Poesie verströmt. Auch in diesem Buch begegnen mir immer wieder Sätze, die ich mehrmals lesen muss, die ich ganz langsam lese, um sie zu genießen. Sätze wie: „Sie waren voller Hoffnung und die Hoffnung hing an einem seidenen Faden und der Faden riss. Seitdem fielen sie“. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Gina Mayer mit wenigen kraftvollen Worten aussagen kann. Dafür liebe ich ihre Bücher.

 

Fazit: Ein faszinierender Roman über den Glauben, die Freiheit und auch die Liebe!

 

Die Autorin:

Gina Mayer, geb. 1965, studierte Grafik-Design und arbeitete danach als freie Werbetexterin, bevor sie Schriftstellerin wurde. Seit 2006 hat sie eine Vielzahl an historischen und zeitgeschichtlichen Romanen für Erwachsene und Jugendliche veröffentlicht. Viele ihrer Bücher spielen in ihrer Wahlheimat Düsseldorf, wo Gina Mayer mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt.

 

Die Neuauflage ist in der Edition Oberkassel erschienen. Vielen Dank für mein Rezensionsexemplar!

Webseite von Gina Mayer

 

Meine Rezension bei Amazon, eine Leseprobe und weitere Infos zum Buch findet ihr hier.

 

 

 

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