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Die Totensammler von Paul Cleave

Ein Serienkiller hält die neuseeländische Großstadt Christchurch in Atem. Die Polizei tappt im Dunkeln. Der gerade aus dem Gefängnis entlassene Ex-Cop Theo Tate soll – inoffiziell – bei den Ermittlungen helfen. Er nimmt die Jagd auf, ist doch eine der verschwundenen Frauen Emma Green, die er vor einem Jahr mit dem Auto angefahren und schwer verletzt hat.

Dies ist mein erster Roman von Paul Cleave und anfangs musste ich mich erst einmal auf seine sehr direkte und nüchterne Art zu erzählen einlassen. Die Atmosphäre in diesem Buch ist sehr düster, fast so düster dass ich beim Lesen frösteln musste. Außerdem musste ich mich an das Präsens gewöhnen, es macht alles so nah und das mag ich bei Krimis nicht so gerne.

Aber ich habe mich schnell eingewöhnt. Der Schreibstil ist sehr klar und offen, aber trotz der Ankündigung im Klappentext nicht so blutig, dass es eklig wird. Natürlich sind einige Szenen sehr detailliert beschrieben, aber das ist manchmal eben erforderlich und es ist hier keine Effekthascherei. Ich bin sehr froh, dass Paul Cleave auf diesen Trash verzichtet hat, deutet es doch in den meisten Büchern auf mindere Qualität hin. Das hat er scheinbar nicht nötig. Sein Erzählstil geht unter die Haut und das Buch hat mich mit jeder Seite mehr gefesselt und fasziniert. Die Story ist sehr intelligent und hat von allem etwas, ein bisschen Krimi, ein bisschen Psycho. Die Hauptfiguren werden sehr detailliert und vielschichtig dargestellt, ich fand sie alle sehr interessant, sogar die „Bösen“.

Sehr gut gefallen hat mir, dass sich die beiden Erzählstränge parallel bewegen. Ein Strang ist Theo Tate gewidmet und er erzählt in der Ich-Form, der andere  – in der 3. Person erzählt – beschäftigt sich mit dem Täter. So bin ich hautnah bei der Jagd dabei, weiß alles und trotzdem nichts, denn Cleave erzählt so geschickt und verrät natürlich nicht zu viel und so bleibt es wirklich spannend bis zum Schluss.

Paul Cleave ist meine Thriller-Entdeckung des noch jungen Jahres, ich bin restlos begeistert.

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