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Heilige Kuh

Heilige Kuh von David Duchovny – Rezension

Schräger Humor trifft auf viele kluge Weisheiten!

Was haben Kühe, Popkultur und der Palästinakonflikt miteinander zu tun? Nun, sie sind alle Teil unserer heutigen Welt. Und in dieser Welt macht sich eine junge Kuh namens Elsie auf, etwas an ihrem Schicksal zu ändern. Gemeinsam mit einem zum Judentum konvertierten Schwein und dem wild plappernden Truthahn Tom begibt sie sich auf eine Abenteuerreise, in deren Verlauf der Leser viel Wahres über die Menschen erfährt. Eine saukuhle Fabel, geschrieben von einem saucoolen Autor.

Elsie ist eine junge Kuh, und eine glückliche dazu! Sie verbringt ihre langen, ereignislosen Tage mit Essen, Schlummern und Plaudereien mit ihrer besten Freundin Mallory. Doch eines Nachts schleichen sich Elsie und Mallory von ihrer Weide und müssen durch das Fenster des Bauernhofs mit ansehen, was der leuchtende Schachtelgott (so nennen sie den Fernseher) über »industrielle Mastbetriebe« offenbart. Elsies heile Welt ist in ihren Grundfesten erschüttert. Für sie gibt es nur eine Lösung: Sie muss in eine bessere, sichere Welt flüchten. Und so bildet sich ein kunterbuntes Trio, bestehend aus Elsie, Jerry – Verzeihung, Shalom –, einem thoralesenden Schwein, das vor Kurzem zum Judentum konvertiert ist, und Tom, einem (zumindest in seinen Augen) charmanten Truthahn, der nicht fliegen, dafür aber mit dem Schnabel ein iPhone bedienen kann. Die drei begeben sich auf eine abenteuerliche Reise, in der sie eine Menge über die Welt, in der wir leben, erfahren. (Inhaltsangabe vom Verlag)

 

Als großer Fan von Hank Moody konnte ich an diesem Buch einfach nicht vorbei gehen. Ich war enorm neugierig, was David Duchovny zu Papier bringen würde und ich habe mich natürlich gefragt, ob etwas von seiner Paraderolle des durchgeknallten Schriftstellers auf ihn abgefärbt hat. Der Klappentext lässt es vermuten und tatsächlich hatte ich beim Lesen die ganze Zeit das Gefühl, dass Hank Moody zu mir spricht.

Man muss den teilweise extrem grenzwertigen Humor mögen und man sollte sich ganz und gar darauf einlassen, dass die Kuh Elsie in der Ich-Form mit dem Leser spricht und die ganze Geschichte aus ihrer kuhlichen Sicht erzählt. So konnte ich mich über neu kreierte Wörter wie Obi Wan Kuhnobi amüsieren, bekam sogar Einblicke in das Liebesleben der Kühe und habe mich köstlich über Elsies schrägen Humor amüsiert. Aber … die kleine Geschichte ist nicht nur sehr witzig. David Duchovny hat zwischen den ganzen Absurditäten verdammt viele Weisheiten versteckt. Und da blieb mir ziemlich oft das Lachen im Halse stecken.

S. 164: „Ihr Menschen seid echt komisch, ihr macht euch die ganze Zeit Gedanken übers Essen, aber dabei wollt ihr aussehen, als würdet ihr überhaupt nie essen“ Auf diese Art hält Elsie mir die ganze Zeit den Spiegel vor. Und das auf eine derart charmante Art, dass man ihr nicht böse sein kann. Und in vielen Dingen hat sie absolut Recht: „Mit einer Mauer errichtet man nie nur ein Gefängnis, sondern zwei“(S. 178)

Die Sprache ist schon etwas gewöhnungsbedürftig, manchmal etwas direkt und auch unter der Gürtellinie … Hank Moody wie er leibt und lebt. Aber die kleinen sprachlichen Ausrutscher verzeihe ich ihm gerne, denn er hat seine Botschaft wirklich sehr liebenswert verpackt und erreicht mit seiner saloppen Sprache vielleicht um so mehr Menschen.

Etwas gestört haben mich die verschiedenen Dialekte in der direkten Rede, so etwas lese ich nicht gerne. Der kölsche Hund war natürlich sehr cool, aber das ist mein Heimatdialekt und bestimmt auch nicht jedermanns Sache. Und das ist nur ein ganz winziger Kritikpunkt, der meinen Lesegenuss auch nicht wirklich geschmälert hat. Duchovny ist cool, Elsie ist kuhl und ich habe ihren Appell an uns Menschen mit jedem Wort genossen!

Fazit: Duchovny hat mich mit seinem „moodifizierten“ ersten Buch überzeugt, in dem er viele kluge Weisheiten in einen absolut schrägen Humor verpackt hat.

 

Der Autor

David Duchovny ist bekannt als Fernseh- und Kinodarsteller. Mit Akte X wurde er weltberühmt, derzeit läuft weiter die preisgekrönte TV-Serie Californication, in der er die Hauptrolle spielt. Duchovny hat vor seiner Zeit als Schauspieler in Princeton und Yale Literatur studiert. Er ist überzeugter Vegetarier und auch im Tierschutz aktiv. (Quelle:Verlagsseite)

 

„Heilige Kuh“ ist im Heyne Verlag erschienen.

Leseprobe

 

 

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