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Regengott

Im Land des Regengottes von Gina Mayer

Eine Liebe in Afrika

Afrika – für Henrietta hat das Wort einen geheimnisvollen Klang. Mutig stürzt sie sich in das Abenteuer, im Jahr 1900 nach Deutsch-Südwest zu gehen, wo ihre Mutter einen protestantischen Missionar heiratet. Doch ihre Hoffnungen verfliegen schnell. Das Leben in Afrika ist so hart wie daheim in Elberfeld. Als ihre Mutter stirbt, flieht Henrietta – zusammen mit dem schwarzen Arbeiter Petrus. Und erlebt mit ihm ihre erste große Liebe. (Klappentext)

 

Das einzige, was mir an diesem Buch nicht gefällt, ist der Titel. Suggeriert er doch einen von diesen seichten Auswandererromanen. Und das ist dieses Buch ganz gewiss nicht. Es handelt von einer starken jungen Frau, ihrem etwas unterkühlten Verhältnis zu ihrer Mutter und ihrer ersten großen Liebe.

Und diese Liebesgeschichte kommt ohne jeden Kitsch aus. Was so wildromantisch klingt, ist es leider ganz und gar nicht. Schonungslos und glaubhaft beschreibt Gina Mayer die Zustände in Afrika – vor allem in den Missionen und das Schicksal der Auswanderer, die auf eine bessere Zukunft hofften und ihre Hoffnungen oftmals begraben mussten. Gina Mayer stellt die Unterschiede zwischen Schwarz und Weiß sehr eindringlich dar. Auch die Liebesgeschichte zwischen Henrietta und Petrus wird überschattet von der fehlenden Akzeptanz auf beiden Seiten.

Gina Mayer gibt Henrietta eine Stimme, lässt sie erzählen von ihren Träumen und Sehnsüchten und auch von ihren Albträumen, die sie so oft heimsuchen. Henrietta  trägt so viele Schuldgefühle in sich. Vor allem fühlt sie sich schuldig am traurigen Schicksal ihrer Mutter. Sie ist hin- und hergerissen und diese innere Zerrissenheit macht ihr sehr zu schaffen. Der Originaltitel „Die Wildnis in mir“, unter dem die Geschichte bereits 2011 in einem anderen Verlag erschienen ist, passt meiner Meinung nach viel besser zu dieser sehr nachdenklich machenden Geschichte.

Ich mag den Schreibstil von Gina Mayer sehr … jedes Mal aufs Neue. Dies ist schon mein 3. Buch von ihr in diesem Jahr. Das ist für mich eher selten und gleichzeitig ein großes Kompliment an Gina Mayer. Sie schafft es immer wieder, mich zu fesseln. Kurze prägnante Sätze, manchmal ein bisschen unterkühlt und dabei so aussagekräftig, dass ich manchmal eine Gänsehaut vor Begeisterung bekomme. Mein Lieblingssatz steht auf Seite 65: „Henrietta träumte von Afrika, doch bald würde sie aufwachen.“ Da wurde mir beim Lesen heiß und kalt und nichts könnte diese Geschichte besser beschreiben als dieser eine Satz. Gina Mayer geizt nicht mit solchen kurzen Andeutungen und sagt damit so viel aus. Ich habe mal wieder jeden Satz genossen!

 

Fazit: Eine bittersüße Liebesgeschichte, glaubhaft und eindringlich erzählt!

 

Das Buch ist im Aufbau-Verlag erschienen, hier gibt es auch eine kurze Leseprobe

 

Meine Rezension bei Amazon und weitere Infos zum Buch findet ihr hier.

 

 

 

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