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Kalte Haut von Marcel Feige

In der Hauptstadt brodelt es. Der Berliner Innensenator Lahnstein macht sich gerade mit seinen fremdenfeindlichen Äußerungen bei Teilen der Bevölkerung unbeliebt, woran auch die örtliche Boulevardpresse nicht ganz unschuldig ist. Da wird sein Sohn auf ziemlich bestialische Weise ermordet. Die Ermittlungen leitet die türkisch-stämmige Kommissarin Sera Muth. Der kürzlich aus den USA zurückgekehrte Robert Babicz soll sie unterstützen. Zunächst tappen beide im Dunkeln. Sera befürchtet die Täter in der türkischen Gemeinde, während Robert in eine ganz andere Richtung denkt. In den USA war er maßgeblich daran beteiligt, den Knochenmann zu überführen. Hat er einen Nachahmer in Berlin gefunden? Die Zeit läuft den Beiden davon, denn kurze Zeit später taucht die nächste Leiche auf.

 

Von Anfang an kam ich kaum zum Luft holen. Marcel Feige erzählt in gewohnter Manier überaus temporeich und sehr spannend. Er hat sehr interessante und authentische Charaktere geschaffen und mit Sera eine würdige Nachfolgerin von Paul Kalkbrenner – den treuen Lesern noch aus den vorherigen Krimis von Marcel Feige bekannt – kreiert. Seras Umfeld, die Probleme, mit denen sicher viele junge Türkinnen zu kämpfen haben, wurden sehr realistisch dargestellt. Außerdem konnte ich an den Gedanken des geheimnisvollen Profilers Robert teilhaben, was ich überaus interessant fand.

Schon beim Prolog hatte ich Gänsehaut. Aber das Gruseln geschah nur in meiner Fantasie, denn Marcel Feige hat auch in diesem Buch auf allzu blutrünstige Schilderungen verzichtet und es mir überlassen, wie intensiv ich mir bestimmte Dinge vorstelle. Dafür bin ich ihm sehr dankbar, denn ein wirklich guter Krimiautor braucht diesen blutigen Trash nicht, um Spannung zu erzeugen. Ich habe vor vielen Jahren die Hauptstadt besucht und Marcel Feige hat die besondere Atmosphäre dieser vielseitigen Metropole sehr gut eingefangen.

Die in mehrere Erzählstränge und viele recht kurze Kapitel aufgeteilte Story ist sehr glaubhaft und atemberaubend geschrieben. Ich fieberte mit, ich ließ mich aufs Glatteis führen, aber das verzeihe ich gerne, auch die Cliffhanger, mit denen der Autor mich nach jedem Kapitel gequält hat, denn so muss ein spannendes Buch sein. Ich musste mich zu jeder Lesepause zwingen und war froh über ein Ende, das schlüssig und nicht vorhersehbar ist und … das viel Raum für eine Fortsetzung lässt.

Meine Empfehlung für alle anspruchsvollen Krimileser, die sich nicht von blutrünstigen Details sondern lieber von einer intelligent konstruierten Story fesseln lassen möchten!

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