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Nur eine Ohrfeige von Christos Tsiolkas

Ein Nachmittag im australischen Melbourne, ein Barbecue, eine entspannte Party … eine Ohrfeige. Dieser Vorfall verändert alles, bringt längst Verdrängtes zurück an die Oberfläche, polarisiert. Der Roman ist in acht Kapitel aufgeteilt und jedes Kapitel widmet Tsiolkas einem anderen Partygast. Damit ermöglicht er dem Leser einen Einblick in die vielschichtige australische Gesellschaft.

Der Autor wird mit Philipp Roth verglichen, das hatte mich erst einmal ein wenig abgeschreckt. Während mich die direkte Sprache bei dem einzigen Buch von Philipp Roth, das ich bisher gelesen habe, noch gestört hat, finde ich es hier überaus passend. Schonungslos und grundehrlich berichtet der Autor von der Psyche und den Handlungen seiner Protagonisten. Hier wird nichts schön geredet und das imponiert und gefällt mir. Es ist sehr interessant, hinter die Fassaden der einzelnen Protagonisten zu blicken. Natürlich werden da auch einige Klischees bedient, Vorurteile bestätigt. Und doch ist es sehr glaubhaft, was uns Tsiolkas hier erzählt.

Ich denke, dieses Buch wird die Leserschaft in 2 Fronten aufteilen … entweder man mag es richtig oder gar nicht. Ich mochte auch nicht jeden der acht Hauptdarsteller, manchmal war ich total angenervt, ein anderes Mal musste ich die ganze Zeit zustimmend nicken. Da die „Acht“ sehr unterschiedlich sind, bekam ich Einblick in diverse Gesellschaftsschichten und Altersgruppen  und ich wurde sehr oft zum Nachdenken angeregt. Dieses Buch liest man nicht einfach so und legt es dann wieder weg. Mir wird es noch sehr lange im Gedächtnis bleiben. Die Sprache ist kraftvoll, manchmal grenzwertig schmutzig, aber ich konnte mich ihr nicht entziehen.

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