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Sturmvogel Die Rosenkriege

Sturmvogel: Die Rosenkriege von Conn Iggulden – Rezension

Sturmvogel-Die RosenkriegeViele kleine Szenen ergeben ein großes Ganzes

England 1437: König Henry VI. ist krank und unfähig zu regieren, das Königshaus gerät ins Wanken. Zudem droht ein Konflikt mit Frankreich, der England in eine Katastrophe reißen könnte. Die Vermählung Henrys mit der französischen Adeligen Margaret von Anjou soll die Macht des Reiches sichern. Doch das Bündnis mit den verhassten Franzosen ruft bei der Bevölkerung Empörung hervor. Richard, Duke von York, nutzt den Hass gegen den König und seine willensstarke Gemahlin zu seinen Zwecken – die Rosenkriege beginnen … (Klappentext)

Der innere Klappentext gibt den Inhalt sehr treffend wieder, daher habe ich diesen hier auch aufgeführt: Im 15. Jahrhundert wird das englische Königshaus in seinen Grundfesten erschüttert. Henry VI., genannt „das Lamm“, besteigt den englischen Thron. Das Königshaus ist gespalten: Richard, Duke von York, strebt nach der Krone. König Henry ist nämlich nicht in der Lage, sein Land zu regieren.

Die Macht halten seine engsten Vertrauten in Händen: allen voran Derry Brewer, ein undurchschaubarer Meister der Strategie, sowie William de la Pole, der edelmütige Duke von Suffolk. Aber auch von außen droht Unheil. Der französische König plant, alle von England besetzten Gebiete in seinem Land zu unterwerfen.

Um die Position Englands zu stärken, soll Henry die junge französische Adelige Margaret von Anjou heiraten. Doch der Preis des neuen Bündnisses ist hoch: Die Kolonien werden geopfert, das englische Volk reagiert mit Wut und Hass. In diesen schweren Zeiten wächst die junge Margaret über sich selbst hinaus und seht Henry mit unerwarteter Entschlossenheit im Kampf gegen den verräterischen Richard zu Seite …

 

Ich habe bisher noch nichts von Conn Iggulden gelesen und war angenehm überrascht von dem sehr bildhaften und atmosphärischen Schreibstil, der manchmal etwas detailverliebt ist und manchmal auch etwas brutal. Aber das passt zur damaligen Zeit und auf all zu blutrünstige Details hat Conn Iggulden dann doch verzichtet.

Er erzählt aus verschiedenen Perspektiven und so lerne ich auch ich einige Personen und deren Gedanken besser kennen. Dem kindlichen Charme von Margaret bin ich sofort erlegen. Der fiktive Charakter Derry Brewer ist ein gewitztes Kerlchen mit einem messerscharfen Verstand. Am besten gefallen hat mir der besonnene William de la Pole, der oft mit Derry Brewer auftritt. Auch die beiden Anführer der Aufständischen – Tom Woodchurch und Jack Cade, bringt mir Conn Iggulden sehr nah. Und so erlebe ich auch den großen Aufstand in London aus der Sicht von verschiedenen Personen.

Ein Personenregister ist in der Regel sehr hilfreich, gerade die in historischen Romanen sehr zahlreich auftretenden Personen auseinander zu halten. So war ich auch in diesem Buch sehr erfreut über dieses Register. Allerdings sind hier die Personen alphabetisch gelistet, was ich eher verwirrend als hilfreich empfunden habe.

Die Erzählung springt zwischen den verschiedenen Handlungssträngen hin und her, manchmal liegen größere Zeiträume dazwischen. Ich habe ein wenig eine durchgängige Geschichte vermisst. Denn … keine Geschichte wird wirklich erzählt, das Hauptaugenmerk liegt auf den kriegerischen Handlungen. Conn Iggulden liebt es offenbar, in den Kampfszenen zu schwelgen. Darin ist er auch richtig gut. Die actionreichen Szenen hat er perfekt und spannend geschildert. Ich war so nah dabei, bekam Gänsehaut und hatte so viele Bilder vor Augen. Aber dennoch … mir war es teilweise zu lang. Ich hätte lieber mehr von Henry und Margaret oder auch William de la Pole und Derry Brewer gelesen. Aber sie hatten keine wirklichen Hauptrollen in diesem Roman, der zwischendurch eher Sachbuchniveau hatte. Er ist wirklich sehr gut recherchiert und auch gut erzählt. Aber mir fehlte die Lebendigkeit, mit der Rebecca Gablé ihre Geschichten erzählt. Ich habe sehr viel erfahren, aber ich war nicht durchgehend gefesselt.

Fazit: Sehr gut recherchierter Roman, der mir ein bisschen zu sachlich war.

 

Der Autor:

Conn Iggulden, geboren 1971, ist einer der erfolgreichsten Autoren historischer Stoffe. Iggulden lehrte Englisch an der University of London, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Neben seinen Romanen stürmte er auch mit dem Sachbuch „Dangerous Book for Boys“, das er zusammen mit seinem Bruder Hal schrieb, die Bestsellerlisten. Sturmvogel ist der erste Band seiner neuen Serie um die Rosenkriege, die England in einen verheerenden Bürgerkrieg rissen. Iggulden lebt mit seiner Familie in Hertfordshire, England. (Quelle: Verlagsseite)

Homepage von Conn Iggulden

Das Buch ist im Heyne Verlag erschienen, vielen Dank für mein Rezensionsexemplar!

Leseprobe

 

 

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