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Eva Reichl: Teufelspoker

Teufelspoker von Eva Reichl – Rezension

Eva Reichl: Teufelspoker

Eva Reichl: Teufelspoker

Die Welt braucht Helden

Die Finanzkrise hat auch Linz erreicht. Alexander Wallner hat seinen Job beim Bauriesen BAGAÖS verloren, die Bank stellt die Kredite fällig und er bringt es nicht übers Herz, seiner hochschwangeren Frau die Wahrheit zu sagen. Das Mitgefühl von Freunden und Bekannten kann ihn nur kurz aus seiner Verzweiflung reißen.
Als er zufällig erfährt, dass die Konzernspitze der BAGAÖS zwar massenweise Leute entlassen hat, gleichzeitig aber Rekordgewinne und riesige Boni feiert, rastet Wallner aus und greift zur Waffe, vor den Augen eines Kamerateams vom Stadtfernsehen.
Chefinspektor Neuhorn ist ja einiges gewohnt, aber dass ihm himmlische Botschafter den Weg zum Tatort weisen wollen, ist ihm neu. Unversehens steht er im Zentrum eines dramatischen Ringens um das Leben von zehn Menschen während sich höhere Mächte am Pokertisch vergnügen. (Klappentext)

Schon über Kasparows Züge habe ich mich köstlich amüsiert und so war ich sehr gespannt, was Eva Reichl sich dieses Mal ausgedacht hat. Im Himmel wird es ungemütlich, denn der Teufel stattet Gott einen Besuch ab und fordert ihn zu einem Pokerspiel heraus. Der Einsatz ist ist die Weltherrschaft. Und trotz des ernsten Themas brachte mich der kursiv verfasste „Himmels-Strang“ sofort wieder zum Schmunzeln. Eva Reichl hat die Himmelsbewohner wieder sehr liebevoll gezeichnet.

Auf der Erde geht es ziemlich gemächlich zu, obwohl der Teufel etwas anderes behauptet hat. Und während die Pokerlegende Stu Ungar – für mich spielt er die heimliche Hauptrolle – versucht, Gott das Pokerspiel beizubringen, suchen Petrus und Gabriel auf der Erde nach dem Amokläufer.

Eva Reichl hat ihren Krimi dieses Mal völlig anders aufgebaut als beim letzten Mal. Es gibt zwar wieder zwei Stränge, die im Himmel und auf der Erde spielen. Aber Chefinspektor Neuhorn hat eher eine Nebenrolle und es gibt auch keinen wirklichen Kriminalfall. Das Augenmerk liegt auf Alexander Wallner. Eva Reichl hat sehr gut dargestellt, wie aus einem frustrierten Arbeitslosen ein Amokläufer werden kann. Genial fand ich die Idee, alle wichtigen Personen in einem chinesischen Restaurant aufeinander treffen zu lassen. Sie gibt allen ein Gesicht und die Geschichten von einigen Personen haben mich sehr gerührt.

Dieses Mal trifft der himmlische Humor auf eine gehörige Portion Sozialkritik und die Spannung bleibt anfangs dabei ein bisschen auf der Strecke. Aber das verzeihe ich gerne, denn Eva Reichl hat ein sehr wichtiges Thema angesprochen und eine interessante Geschichte drumherum gebaut, die zum Ende hin dann doch noch ziemlich spannend wird.

Ich mag den Stil von Eva Reichl, sie schreibt mit einem sehr feinen Humor. Die Darstellung im Himmel mag zwar etwas naiv sein, aber genau das gefällt mir so gut. Sie schreibt sehr leicht, baut hier und da sprachliche Feinheiten ein und lässt mich immer wieder schmunzeln.

Fazit: Feine humorvolle Unterhaltung, fernab vom blutigen Mainstream!

 

Vielen Dank an Eva Reichl und den Sutton Verlag für mein Rezensionsexemplar!

Homepage von Eva Reichl

Leseprobe

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