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Könige Von Colorado1

Wir sind die Könige von Colorado von David E. Hilton

Keiner von uns wird je wieder derselbe sein.“

Will ist dreizehn Jahre alt, als er sich nicht mehr anders zu helfen weiß: Im Sommer 1963 stößt er seinem gewalttätigen Vater ein Messer in die Brust. Der Vater überlebt und Will wird dazu verurteilt, zwei Jahre auf einer abgelegenen Ranch in den Bergen von Colorado zu verbringen. Gemeinsam mit anderen straffälligen Jugendlichen so er dort wilde Pferde zähmen.Doch schon bald stellt sich heraus, dass auf dieser Ranch nicht nur der der Wille von Tieren gebrochen werden soll. (Klappentext)

 

Die Geschichte wird als Rückblende erzählt. Will wird durch ein sterbendes Pferd auf einer Parade an eine schwere Zeit in seinen jungen Jahren erinnert, die er sein Leben lang versucht hat zu verdrängen. Aber nun ist es an der Zeit sich zu erinnern und er setzt sich hin und schreibt seine Erlebnisse von damals auf. Und so werde ich Zeuge seiner schlimmsten und vielleicht auch wichtigsten beiden Jahre in seinem Leben. Will erzählt aus der heutigen Sicht und kommt mir mit seiner Geschichte sehr nah.

Es ist eine Geschichte über sinnlose Gewalt, aber auch über tiefe Freundschaft. Sehr sensibel und sehr emotionsgeladen lässt David E. Hilton den alternden Will erzählen. Oft musste ich schlucken und es gab ein paar Szenen, da konnte ich meine Tränen einfach nicht zurück halten. Die Geschichte von Will hat mich tief berührt!

Denn sie ist auch schön in all ihrer Grausamkeit. Und davon gibt es nicht wenig in diesem Buch. Und es ist diese glaubhafte Grausamkeit, die mich frösteln ließ. Aufseher, die ihre dunkle Seite an den Jungs auslassen und junge Menschen, die einfach nur böse sind. Und unter ihnen sind die, die geradezu nur Pech gehabt haben und sich durch beißen müssen. Ständig hatte ich Angst, dass auch diese Jungs immer weiter abrutschen in den Sumpf von Gewalt und Abartigkeit. Und an diesem Ort des Schreckens und der Brutalität lerne ich so besondere Menschen kennen und diese verleihen dem Buch eine außerirdische Schönheit.

Manche Ereignisse sind so traurig, dass mir die Worte fehlen und andere Ereignisse sind so schön, dass ich schlucken musste, weil der Kloß in meinem Hals immer dicker wurde. Und für diese Momente liebe ich dieses Buch, das mich einige Tränen gekostet hat.

Mein Lieblingssatz: „Es war, als liefe man über den heißen Boden eines riesengroßen leeren Parkplatzes und entdeckte plötzlich eine perfekt geformte, unnatürlich schöne Sonnenblume, die durch die Asphaltdecke sproß und sich voller Blüte dem Himmel entgegen reckte, obwohl sie dort überhaupt nichts zu suchen hatte.“ (s. 186)

Es passieren abscheuliche Dinge und ich wundere mich immer wieder, zu welchen Grausamkeiten auch so junge Menschen fähig sind. Aber dann kommen wieder die ganz feinen leisen Szenen, die mich zu Tränen zu rühren. Es ist für mich eins der Bücher, die man nicht so schnell vergisst. Und am Ende … da war es tröstlich und das Ende ließ mich zwar die ganzen Grausamkeiten nicht vergessen, aber es hat mich versöhnt und ich habe das Buch mit einem tiefen Seufzer zugeklappt.

Fazit: So traurig und so schön, weil es mich gleichzeitig traurig und glücklich gemacht hat.

 

Das Buch ist im Arche Verlag erschienen.

 

Leseprobe

 

 

Meine Rezension bei Amazon und weitere Infos zum Buch findet ihr hier.

 

 

 

1 Kommentar

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